Grenzachtender Umgang von Erwachsenen und Kindern in Kitas der Rudolf-Ballin-Stiftung

Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Grenzen geachtet werden. In den Kitas der Rudolf-Ballin-Stiftung werden Kinder dabei unterstützt, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welches Verhalten im Umgang von Erwachsenen mit Kindern und mit anderen Kindern erlaubt und nicht erlaubt ist.

Gemeinsam mit den Kindern haben die MitarbeiterInnen in unseren Kitas eine sogenannte „Verhaltensampel“ entwickelt. Dabei haben sich die beteiligten Kinder und Fachkräfte darauf geeinigt, welches Verhalten von Erwachsenen gegenüber Kindern (und auch von Kindern untereinander) erlaubt (grün), fragwürdig (gelb) oder verboten (rot) ist. Mit den Kindern wurde thematisiert, welches Verhalten unter welcher Farbe aufgenommen wird.

Sollten Kinder in unseren Einrichtungen mit Fehlverhalten durch pädagogische Fachkräfte oder auch mit grenzverletzendem Verhalten anderer Kinder konfrontiert werden, können sie sich auf ein gemeinsam vereinbartes und verbindliches Instrument "die Verhaltensampel" berufen. Es gibt ihnen Sicherheit, bietet eine Grundlage für das Einordnen vereinbarter Umgangsweisen und ermöglicht Beschwerden. Mit unserer Verhaltensampel möchten wir den achtsamen, respektvollen Umgang transparent und im Dialog einüben und vorleben. Dabei geht es nicht um die Einführung rigider und unreflektierter Verhaltensnormen. Kinder und Erwachsene brauchen einen offenen und angstfreien Rahmen, der ihnen ermöglicht, auch über fragwürdiges Verhalten in ein konstruktives Gespräch einzutreten.

Die Verhaltensampel wird sich nun in der Praxis bewähren: Für eine Pilotphase von einem Jahr wird das Instrument in unseren Kitas angewendet und dessen Wirkung überprüft. Im Anschluss werden ggf. Anpassungen vorgenommen und die Verhaltensampel dauerhaft eingeführt.

Verhaltensampel der Kitas

Dieses Verhalten ist immer falsch und dafür können Mitarbeiter/innen bestraft werden:
  • Kinder sich selbst überlassen (Aufsichtspflichtverletzung)
  • Kindern absichtlich wehtun
  • Kinder einsperren
  • Kinder anfassen, wo sie es nicht wollen (sexuelle Übergriffe)
  • Kinder bedrohen und absichtlich Angst machen
  • Kindern etwas klauen

Dieses Verhalten ist pädagogisch fragwürdig und für die Entwicklung von Kindern nicht förderlich:
  • Kinder anschreien
  • Kinder nicht beachten
  • Kinder auslachen und beschimpfen
  • Über Kinder schlecht reden
  • Regeln nicht besprechen und nicht einhalten
  • Kinder belügen
  • Nicht aufhören, wenn ein Kind Stopp sagt

Dieses Verhalten ist pädagogisch richtig, gefällt Kindern aber nicht immer:
  • Dafür sorgen, dass vereinbarte Regeln eingehalten werden
  • Ordnung halten
  • Tagesablauf einhalten
  • Verhindern, dass Kinder ihrer Gesundheit schaden
  • Begründete Verbote aussprechen
  • Kinder anfassen, um sie zu beschützen

  

Zuverlässig, einfühlsam und individuell.